FSV 06 Kölleda e.V.
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Ran an den Platz – Ein Kunstrasenplatz für Kölleda

Lutz Zimmer, 11.09.2013

Ran an den Platz – Ein Kunstrasenplatz für Kölleda

Ein ehrgeiziges Projekt ohne Chance auf Realisierung?

Als das Gemeinschaftsprojekt "Ran an den Platz - Ein Kunstrasenplatz für Kölleda" offiziell am 22.07.2010 auf dem Markt in Kölleda gestartet wurde, herrschte bei allen Beteiligten noch großer Optimismus. Mit einer großen Spendenaktion soll(te) dieses Projekt in die Tat umgesetzt werden. Mit einer Spende von 40 € pro Quadratmeter hat(te) jeder Bürger die Chance, sich am Projekt zu beteiligen. 

Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen und das Projekt ist fast völlig zum Erliegen gekommen. Warum?

Gründe dafür gibt es viele. Zum einen ist es in der heutigen Zeit fast utopisch, solch ein Projekt allein durch Spenden der Bürger zu finanzieren. Zum anderen wurde es schlicht verpasst, Fördermittel zu beantragen. Möglichkeiten dafür gab und gibt es viele. Allein durch die Tatsache, dass das ortsansässige Gymnasium nur wenige Meter von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte entfernt ist und von diesem für den Schulsport genutzt wird, wären Fördermittel sicher möglich gewesen. Trotz einiger gelungener Aktionen wie beispielsweise dem Freundschaftsspiel zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und der U23 von Hannover 96 im Sommer 2011 sind bis zum heutigen Tag "nur" rund 29.000 € an Spenden eingegangen. Das ist selbstverständlich viel Geld, für das Gelingen des Projektes aber eindeutig zu wenig. Das ursprüngliche Ziel war, 320.000 € mit Spendengeldern einzunehmen.

Wie soll es nun weitergehen? Auf Grund der Stagnation des Projektes und der in letzter Zeit fehlenden Unterstützung der Stadt Kölleda bei der Realisierunf des Projektes hat sich der Vorstand des FSV 06 Kölleda Gedanken gemacht, ob das Projekt weitergehen soll und was mit den bisher eingegangen Spenden passieren soll?! Nach langen Überlegungen kam man zu dem Schluss, sich noch einmal intensiv Gedanken zu machen, ob für das Projekt noch Fördermittel möglich sind und parallel dazu alle bisherigen Spender anzuschreiben mit der Bitte, die eingegangen Spenden für den Fall, dass das Projekt beendet wird, für die Sanierung der Kölledaer Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte zu nutzen. Dafür wurde vom Vorstand des Vereins ein Anschreiben, unterschrieben von den beiden Vizepräsidenten Lutz Zimmer und Thomas Mensel, verfasst, welches mit einem zusätzlichen Infoschreiben der Stadt Kölleda zum Stand des Projektes an die Spender gehen sollte. So weit, so gut.

Das Schreiben wurde in der Folge an alle Spender verschickt mit der Bitte um Antwort, allerdings ohne das Infoschreiben der Stadt Kölleda (Anmerkung: Das Anschreiben des Vorstandes wurde an die Stadt Kölleda gegeben, die dieses mit dem Infoschreiben verschicken wollte). Damit wurde der Verein zum wiederholten Male von der Stadt Kölleda im Stich gelassen. Die ersten Reaktionen von einigen Spendern fielen zum Teil heftig aus, bis hin zur Diffamierung der beiden Vizepräsidenten des FSV 06 Kölleda. Beide mussten sich zum Teil heftige Anschuldigungen und Beleidigungen gefallen lassen, die weit über das gesunde maß an Kritik hinausgingen. Darunter solch diffuse Vorwürfe wie: " Der Verein möchte sich das Geld unter den Nagel reißen", "Der Verein zieht den Leuten das Geld aus der Tasche" oder  "der Vorstand des Vereins ist unfähig", um nur einige zu nennen. Die Ironie daran ist, dass diese Vorwürfe zum Teil in aller Öffentlichkeit und im Beisein der Familien der Vizepräsidenten geäußert wurden. 

Die Folge davon ist, dass Thomas Mensel sein als Vizepräsident im Vorstand und seine Mitgliedschaft im FSV 06 Kölleda mit sofortiger Wirkung niedergelegt bzw. gekündigt hat und somit dem FSV 06 Kölleda nicht mehr zur Verfügung steht. Ein sehr bedauerlicher Schritt, verliert doch der Verein mit Thomas Mensel ein immer engagiertes und mit Herzblut agierendes Mitglied.

Gerade jetzt, wo der Verein durch den Aufstieg seiner 1. Mannschaft in die Kreisoberliga eigentlich auf einer Euphoriewelle schwimmen sollte, tut das richtig weh. Hier werden Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen, öffentlich in den Dreck gezogen. Hat das ein Mensch verdient?!?

Die Wenigsten wissen offenbar, dass die eingegangen Spenden auf dem Konto der Stadt Kölleda zweckgebunden liegen und der Verein, selbst wenn man wollte, in keinster Weise Zugang zu den Spenden hat! Aus diesem Grund erfolgte auch das oben genannte Schreiben an die Spender.

Der FSV 06 Kölleda mit seinen 260 Mitgliedern ist der größte Verein der Stadt Kölleda und möchte seinen Mitgliedern gute Bedingungen zur sportlichen Betätigung bieten. Aus diesem Grund sollte oder soll auch ein Kunstrasenplatz in Kölleda entstehen. Für den Fußball und den Sport in Kölleda wäre dies ein elementarer Schritt nach vorn. Eine Sportanlage mit Natur- und Kunstrasenplatz bietet nahezu ideale Bedingungen. So aufgestellt, könnte sich der Verein auch im sportlichen Bereich optimieren und die ausgegebenen Ziele selbstbewußt angehen. Zudem würde eine attraktive Sportstätte auch eine echte Belebung des Vereinslebens zur Folge haben.

Was bedeutet es denn, in einem Sport(Fußball)verein engagiert zu sein? der verein bietet ein Zuhause und stellt eine verlässliche und wichtige Ergänzung zur Familie und Schule/Studium/Arbeit dar. Er fördert den Gemeinschaftsgedanken, was bei zunehmender Individualisierung immer wichtiger zu werden scheint. gerade die Kinder und Jugendlichen lernen hier einen Platz in der Gesellschaft zu finden, der ihren Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Sie lernen ebenso, sich gegen andere mit "friedlichen" und regelgebundenen Mitteln durchzusetzen, wie auch gemeinsam mit Gleichgesinnten ein Ziel zu erreichen. Sie erleben Sieg und Niederlage. Fußball bzw. Sport bedeutet Freundschaft, Zusammenhalt, Verantwortung, Leidensfähigkeit, Respekt und Toleranz. Fußball ist Gefühl.

Aus dieser Erkenntnis ergibt sich die logische Verpflichtung, mit Behaarlichkeit die oben genannten Potentiale zu pflegen. Der FSV 06 Kölleda stellt sich dieser Verantwortung. Auch in Zukunft wollen wir mit nachhaltigem Engagement vereinsintern und -extern positive Kräfte freisetzen.

Dafür ist es allerdings zwingend notwendig, gemeinsam mit der Stadt Kölleda zu arbeiten! Leere Versprechen gab es in den letzten Jahren genug. Oder ist es den Stadtvätern lieber, dass der Verein zu Grunde geht und sich unsere Kinder und Jugendlichen anderen und weniger sinnvollen Beschäftigungen widmen?!?

Lutz Zimmer (Vizepräsident FSV 06 Kölleda)