Kölledaer Trainerlegende Erwin Seifert verstorben | Eine Saison dritte Liga
Sascha Stengel, 09.10.2026
Der FSV 06 Kölleda trauert um Erwin Seifert, eine der größten Persönlichkeiten des thüringischen Fußballs, der am 4. Oktober 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Erwin Seifert hinterlässt sowohl als treffsicherer Stürmer in der DDR-Oberliga als auch als langjähriger Kölledaer Erfolgstrainer ein unvergessliches Erbe.
Schon seine aktive Spielerkarriere liest sich wie eine Chronik des regionalen Spitzenfußballs. Nach seinen Anfängen in Sömmerda entwickelte sich Seifert zu einem gefürchteten Angreifer in der höchsten Spielklasse der DDR. Von 1961 bis 1970 absolvierte Erwin Seifert 158 DDR-Oberliga-Spiele und erzielte 58 Tore für den SC Turbine Erfurt, den SC Motor Jena und den FC Rot-Weiß Erfurt. Von 1970 bis 1972 ließ er seine Karriere in Sömmerda ausklingen.
Die goldene Ära in Kölleda (1982–1994)
Nach ersten Trainerstationen bei der BSG Zentronik Sömmerda übernahm Erwin Seifert im Juli 1982 das Traineramt in Kölleda – eine Verbindung, die über 12 ununterbrochene Jahre halten und den Verein maßgeblich prägen sollte und wo er zur absoluten Legende des Kölledaer Fußballs wurde.
Ein Meilenstein dieser goldenen Ära unter Erwin Seifert war der Gewinn des FDGB-Bezirkspokals im Jahr 1987.
-
Am 24. Mai 1987 sicherte sich die BSG Funkwerk Kölleda im Finale gegen die Zweitvertretung der BSG Glückauf Sondershausen (1:1 n.V., 4:3 i.E.) den prestigeträchtigen Titel.
-
Durch diesen Erfolg qualifizierte sich die Mannschaft für die darauffolgende Hauptrunde des DDR-weiten FDGB-Pokals 1987/1988. Dort kam es zum absoluten Highlight-Spiel vor heimischer Kulisse in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte, bei dem die BSG Funkwerk vor über 1.000 Zuschauern gegen den hochfavorisierten Erstligisten FC Carl Zeiss Jena antreten durfte (Endstand 1:5).
Gleichzeitig markierte das Jahr 1987 den Beginn einer beeindruckenden Serie: Vom 13. September 1987 bis zum 8. Dezember 1989 blieb die erste Mannschaft unter Seifert in der Bezirksliga Erfurt ohne eine einzige Heimniederlage. In diese Zeit fällt auch die Vizemeisterschaft in der Bezirksliga Erfurt in der Saison 1988/89.
Besonders seine Führung während der politischen Wendezeit bleibt unvergessen. Unter dem damaligen Namen SV Funkwerk Kölleda führte er das Team durch den Umbruch hindurch zu den absoluten Höhepunkten der Vereinsgeschichte und den bis heute größten Erfolgen:
-
1990: Einzug als Gründungsmitglied in die neu geschaffene Thüringenliga.
-
1992: Der größte Vereinserfolg der Geschichte mit dem Gewinn der Thüringenmeisterschaft und dem sensationellen Aufstieg in die damals drittklassige Amateur-Oberliga.
Nach dem anschließenden Abstieg betreute er die Mannschaft noch für eine weitere Spielzeit in der Thüringenliga, ehe er sich im Sommer 1994 nach insgesamt 12 Jahren im Verein endgültig ins Privatleben zurückzog.
Mit Erwin Seifert verliert die Region nicht nur einen ihrer erfolgreichsten Fußballlehrer, sondern ein echtes sportliches Vorbild, das dem regionalen Sport über Jahrzehnte treu geblieben ist. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und Freunden. Der FSV 06 Kölleda wird ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.
Ruhe in Frieden, lieber Erwin Seifert!



Quelle:MF und DS
