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Ein paar Fragen an das scheidende Trainerteam

Sascha Stengel, 16.06.2024

Ein paar Fragen an das scheidende Trainerteam

Am heutigen Spieltag betreut das aktuelle Trainerteam „Sulei“ und Uwe (wurde mit über 94% zum neuen hauptamtlichen Bürgermeister der neuen Kreisstadt gewählt) zum letzten Mal unsere Mannen bei einem Punktspiel. Diesen Anlass haben wir genutzt um den Beiden ein paar Fragen zu stellen und es gibt einige interessante Antworten.

Hallo hier zwei, wie geht es euch vor dem letzten Spiel der Saison und als Trainerteam?

Dominik:      Etwas gemischte Gefühle. Auf der einen Seite Stolz auf das Erreichte und auf der anderen Seite etwas Wehmut das ein Abschnitt der engen Zusammenarbeit mit dem Team und dem Staff zu Ende geht. Das liegt sicherlich daran das wir eine eingeschworene Einheit geworden sind und mir persönlich alles recht nah ans Herz gewachsen ist.

Ich habe mich immer mit dem Trainerteam wohlgefühlt.

Uwe:          Es ist schon ein komisches Gefühl. Die Jungs sind schon eine coole Truppe und hat die letzten beiden Jahre viel Spaß gemacht sie zu trainieren.

Ein bisschen Wehmut spielt schon mit.

Was wünscht ihr euch für das letzte Spiel von der Mannschaft?

Dominik:      Ich würde mir wünschen, dass jeder Einzelne Spieler und Offizielle sich nochmals in den Dienst der Mannschaft stellt. Einer für den Anderen kämpft und auf dem Spielfeld da ist. Persönlich wünsche ich mir für die Mannschaft das sie sich für diese tolle Saison mit einem positiven Ergebnis verabschiedet und den Schwung dann mit in die neue Spielserie nimmt.

Uwe:             Die Jungs sollen Spaß haben und zeigen, dass sie verdient da oben stehen. Am liebsten wäre mir natürlich ein Sieg. Wichtig wäre mir auch, dass wir nicht wieder mit so schweren Verletzungen aus dem Spiel gehen wie im Hinspiel.

Was schätzt ihr besonders an eurem Gegenüber? (Uwe an Dominik und Dominik an Uwe?)

Dominik:       An Uwe schätze ich seine Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, Zuverlässigkeit und seinen Sportsgeist. Wenn Uwe gebraucht wird ist er der Letzte der nicht zusagen würde.

Uwe:              An Dominik schätze ich besonders seine Ehrlichkeit, seine Hilfsbereitschaft und seine Zuverlässigkeit. Wenn man ihn braucht ist er immer da.

Seid ihr zufrieden mit der vergangenen Saison?

Dominik:    Mit der vergangenen Saison und dem Abschneiden auf dem 8. Tabellenplatz als Aufsteiger und damit bestplatzierten Mannschaft des Fußballkreises Sömmerda/Erfurt war ich alles in allem zufrieden, wobei noch mehr möglich gewesen wäre. Noch zufriedener bin ich allerdings mit der Entwicklung der einzelnen Spieler, welche zum Teil in sehr jungen Jahren ins kalte Wasser geworfen wurden und sich zum Teil hervorragend freigeschwommen haben. Dies kann man in einzelnen Spielen und auch in der diesjährigen Tabelle sehr gut sehen. Das betrifft ausdrücklich auch die Spieler, welche aus dem Anschlusskader über die 2. Männermannschaft mit überwiegend starken Leistungen überzeugt haben.

Uwe:               Ja sehr, da ich persönlich nicht damit gerechnet habe, dass wir uns im oberen Drittel der Liga festsetzen werden

Die vergangenen zwei Jahre waren die erfolgreichsten des FSV seit Jahrzehnten, was ist eurer Meinung nach der Grund dafür?

Dominik:    Ich denke das der Grundstein des jetzigen Erfolges vor einigen Jahren im Nachwuchsbereich gelegt wurde. Es ging darum wieder eine Großfeldmannschaft im Nachwuchs zu melden und auf die Reise zu schicken, nach dem dies einige Zeit vorher aus personellen Gründen nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Dies geschah mit der Bildung einer Spielgemeinschaft der Nachwuchsmannschaften aus Kölleda, Leubingen und Kindelbrück, welche ansonsten jeder für sich keine spielfähige Truppe auf das Großfeld hätten bringen können. Also Bildung einer kleinen Kreisauswahl was sich bereits in der ersten Saison mit Siegen und Titeln als großer Erfolg erwies und auch Begehrlichkeiten aus der Kreisstadt auf den Plan rief. Somit konnten wir uns die goldenen Jahrgänge 2003 / 2004 und 2005 sichern, welche jetzt den größten Teil unserer Kader im Männerbereich stellen.

Uwe:             Aus meiner Sicht liegen die Gründe in der Jugendarbeit der letzten Jahre. Hier wurde auch durch die Spielgemeinschaft mit Leubingen eine sehr kluge Entscheidung getroffen. Davon profitieren heute alle Männermannschaften.

 

Denkt ihr, dass es für Kölleda möglich ist, auch eine Liga höher zu spielen und was müsste dafür passieren?

Dominik:      Da die jungen Spieler noch am Anfang ihrer sportlichen Entwicklung sind und trotzdem diese Saison mit vielen Wochen auf dem 2. Tabellenplatz an die höchste Liga im Bundesland Thüringen anklopften, ist dies für meine Begriffe auch im Bereich des Möglichen. Rein sportlich müsste dazu die Mannschaft weiter zusammengehalten und punktuell verstärkt werden. Strukturell müssten im Verein Positionen von Offiziellen in der Aufgabenverteilung klar festgelegt werden (also nach dem Motto, “wer tut was und ist für was verantwortlich“). Finanziell müsste dort nach einigen Sponsoren gesucht werden, welche das Projekt Thüringenliga mittragen würden. Allen sollte klar sein das das Abenteuer Landesliga Ausgabentechnisch nicht mit der Landesklasse vergleichbar ist, denn schon hier in der Landesklasse haben die Spitzenmannschaften einen wesentlich höheren Jahresetat und damit andere Möglichkeiten als wir.

Uwe:              Grundsätzlich traue ich der Mannschaft die Thüringenliga zu. Sicherlich benötigt sie dafür noch punktuelle Verstärkungen.

Ich glaube im Verein sind die Voraussetzungen noch nicht so vorhanden, wie man sie für die Thüringenliga benötigt.

Gerade in der Sponsorenbetreuung und -gewinnung sehe ich noch großes Potenzial. Da die Thüringenliga gerade finanziell nochmal eine andere Nummer ist. Ich würde mir wünschen, dass der Verein für dieses Thema Dominik gewinnen kann. Er hat hierfür ein großes und gutes Netzwerk.

 

Wisst ihr wieviel Karten ihr in eurer Trainerlaufbahn kassiert habt inkl. Nachwuchs?

Dominik:             Fiese Frage….

Über die Anzahl habe ich keine Ahnung bzw. Strichliste geführt. Es sind aber nicht viel weniger als in meiner mehr als 38 jährigen aktiven Laufbahn. Dies sagen zumindest meine Strafzahlungen in die Mannschaftskasse aus.

Uwe:              Keine Ahnung, auf jeden Fall zu viele.

 

Aktuell wird der Kleinfeldfußball abgeschafft und durch Funino ersetzt. In den F-Junioren wird es ab der neuen Saison keine Punktspiele auf Kleinfeldtore mehr geben, man wird nur noch auf vier Funinotore spielen. Wie seht ihr diese Entwicklung, wird es dem Fußball in Deutschland nützen?

Dominik:       Ich persönlich halte nichts davon. Hier wird jeglicher Wettkampfcharakter bzw. Wettbewerb bei den Kids unterdrückt. Die Leistungsträger werden in Ihrer Entwicklung blockiert um den weniger guten Spielern kein schlechtes Gefühl zu geben. Dies passt leider in das gesamtdeutsche Bild, welches unser Land abgibt. Dies merkt man ganz deutlich wenn man mit Leuten im Ausland zu tun hat, welche es von außen betrachten.

Uwe:              Ich bin kein Fan von Funino.

Ich verstehe ja, dass man die Kinder mehr spielen lassen möchte. Aber warum muss das ohne Torwart und ohne Wertung erfolgen.

Irgendwann beschweren sich wieder alle, dass wir in Deutschland keine guten Torhüter haben. Auch die Ausbildung von Torhüter sollte aus meiner Sicht so früh wie möglich beginnen.

Ein Wettkampf ist doch eine gute Vorbereitung fürs Leben. Die Kids müssen doch auch lernen, dass es Gewinner und Verlierer im Leben gibt.

Die Idee, den Kids mehr Spielpraxis zugegeben ist ja richtig. Hier sind aber in der jetzigen Form auch die Trainer gefordert und sollten allen Kids mehr Spielzeit zukommen lassen. Wechsel können doch wie im klassischen Hallenfußball alle 3-5min erfolgen und das auch im Block.

 

Von Dominik kam die Empfehlung für Marco Schmeißer als neuen Trainer, was haltet ihr von Marco?

Dominik:       Ich denke das Marco der richtige Mann zur richtigen Zeit ist. Er trainiert momentan die A-Junioren von Borntal Erfurt in der Verbandsliga und hat einen Großteil unserer „jungen Wilden“ als Trainer des DFB Stützpunktes Kölleda/Sömmerda ein Stück ihrer sportlichen Entwicklung begleitet und ist damit nicht vollkommen fremd. Zumal wir mit unseren fixen 3 Neuzugängen (Chris Alperstedt und Constantin Köhler von den A-Junioren aus Weißensee und Tristan Zuleger von den A-Junioren der Eintracht aus Sondershausen) wieder blutjunge, entwicklungsfähige Potentialspieler zum Kader dazubekommen.

Ich sehe ihn momentan als die beste Lösung den eingeschlagenen Weg erfolgreich fortzuführen. Die Jungs stehen auf dem Gleis und laufen ganz gut in der Spur. Nun gilt es Fahrt aufzunehmen und die Spur zu halten.

Uwe:            Ich kenne Marco als Trainer nicht. Ich denke aber, dass es eine gute Entscheidung ist, da er einen großen Teil der Jungs im DFB-Stützpunkt hatte und sie dadurch recht gut kennt. Wichtig ist, dass er ein gutes Team zur Seite hat mit denen er sich abstimmen kann und die ihn unterstützen.

 

Bleibt ihr denn dem Verein erhalten?

Dominik:        Ich werde nun wieder selber aktiv in den alten Herren mitmachen und natürlich bei den Heimspielen und der ein oder anderen Auswärtspartie als Zuschauer dabei sein.

Uwe:               Ja, ich werde versuchen regelmäßig bei den AH zu kicken.

 

Letzte Frage: Wer wird Europameister?

Dominik:       Ich würde mir Deutschland wünschen um die Euphorie rund um unseren liebsten Sport gerade beim Nachwuchs wieder neu zu entfachen, wobei dies ein hartes Stück Arbeit wird.

Uwe:               Deutschland